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Mestre Bimba

 

Manuel dos Reis Machado

Capoeira Style: Regional

23 November 1899 in salvador da bahia, Brasilien; † 15. Februar 1974 inGoiâniaCapo

 

Manoel dos Reis Machado, der Mestre Bimba, erblickte das Licht der Welt in Engenho Velho, einem Vorort von Salvador, im Bundesstaat Bahia, am 23. November 1900. Er war der Sohn von Luiz Cândido Machado und Maria Martinha do Bonfim. Er arbeitete als Kutscher, Gärtner und Stauer. Seinen Spitznamen bekam er durch eine Wette zwischen seiner Mutter und der Hebamme, die ihr bei seiner Geburt assistierte. Die Mutter meinte, sie würde ein Mädchen auf die Welt bringen, während die erfahrene Hebamme behauptete, es würde ein Junge – und wenn sie Recht hätte, würde sie ihn “Bimba“ nennen, mit diesem Wort bezeichnet man das männliche Sexualorgan überall in Bahia.

Im Alter von zwölf Jahren trat er der Capoeira-Gruppe an der "Estrada dos Boiadas“ bei – heute heisst der Stadtteil “Bairro da Liberdade“ (Freiheit) – sein Lehrmeister war der Kapitän der Bahianischen Schiffskompanie, ein Männlein mit Namen “Bentinho“. Er erlernte und trainierte das traditionelle “Angola“ – bis er dann eine Methode zur Verbesserung des traditionellen Capoeira entwickelte, die er “Capoeira Regional“ nannte. Bimba war schon sehr früh ein hervorragender Praktikant des “Angola“ und intimer Kenner des “Batuque“ (antiker Kampfsport, heute überholt), in dem sich sein Vater bereits als Champion hervorgetan hatte. Mit seiner Entwicklung des “Regional“ hat Bimba wahrscheinlich seinen bedeutendsten Beitrag zum Capoeira geleistet: denn er schuf eine Lehrmethode für dieselbe. Und die hat funktioniert und viele Adepten zu erfolgreichen Capoeiristas gemacht – und sie hat später sogar dazu geführt, dass der Capoeira sich in eine Brasilianische Nationalsportart verwandelt hat. 

Im Jahr 1937, am 9. Juni, registriert Bimba seine Capoeira-Schule im “Sekretariat der Erziehung, Gesundheit und Öffentlichkeitsarbeit“, und damit besitzt er nun die erste Capoeira-Akademie Brasiliens, die offiziell anerkannt ist. 1953 präsentiert er seine Schüler vor dem Präsidenten Getúlio Vargas im Palast in Salvador. 1968 begeht er seine 50-Jahrfeier des “Capoeira Regional“. 1969 reist er zum “II. Brasilianischen Symposium des Capoeira“ in Rio de Janeiro – enttäuscht kehrt er noch vor Ende des Events nach Salvador zurück. 

Am 5. Februar 1974, ein Jahr nachdem er Bahia verlassen hatte, starb Mestre Bimba in Goiânia. Am Samstagmorgen hatte er sich ein bisschen schwach gefühlt, nahm jedoch das Angebot einer Demonstration im “Club der Städtischen Beamten” an, wo er seine Schüler präsentierte, wie er es immer bei solchen Gelegenheiten getan – und die zeigten alles, was sie bei ihrem Meister aus Bahia gelernt hatten. Ein Riesenerfolg – wie immer. Bimba wurde in Goiânia begraben, denn als er Bahia verliess, hatte er noch gesagt: “Ich werde nicht mehr zurückkommen, hier hat mich nie jemand aus der Regierung unterstützt noch sich meiner erinnert – wenn mir nichts in Goiânia gefällt, dann vielleicht auf dem Friedhof”.

Viereinhalb Jahre nach seinem Tod wurden seine sterblichen Überreste nach Salvador überführt, wo sie im Stadtteil Amaralina, auf dem Platz unter der Berimbau-Skulptur (Bogen als Rhythmus-Instrument zum Capoeira) zur ewigen Ruhe gebettet wurden, und man ihm zu Ehren sein Gesicht in Bronze gegossen hat. Der Platz in dem Stadtteil, in dem er die meiste Zeit seines Lebens verbracht hat, heisst jetzt, ganz offiziell, “Praça Mestre Bimba” – und seine Landsleute, die vielen Afro-Brasilianer aus Bahia, werden ihn bestimmt nicht so schnell vergessen. Axé!  

 

Die 16 Regeln des Mestre Bimba

 

 

 

 
 
 

 

1. Não dobre esquinas.

Biege nicht in Ecken ein.


2. Na casa dos outros, se for dormir, durma com um olho fechado e outro aberto.

Wenn Du im Haus eines Anderen schläfst, schlafe mit einem offenen und einem geschlossenen Auge.


3. Não passe debaixa de árvores frondosas á noite.

Gehe nachts nicht unter dicht belaubten Bäumen.



4. Não sente de costas pra rua em lugar algum.

Setze Dich nicht mit dem Rücken zur Straße.


5. Não ande em ruas escuras.

Laufe nicht in dunklen Straßen.


6. Seguro morreu de velho.

Sicher währt am längsten.


7. Na roda, se cochilar o cachimbo cai.

Wenn man in der Roda schläft, fällt die Pfeife.


8. Deixe de fumar. È proibido fumar durante os treinos.

Gib das Rauchen auf. Es ist verboten während des Trainings zu rauchen.


9. Deixe de beber. O uso do álcool prejudica o metabolismo.

Gib das Trinken auf. Der Genuss von Alkohol beeinträchtigt den Stoffwechsel.


10. Evite demonstrar aos seus amigos de fora da roda de capoeira os seus progressos. Lembre-se de que a surpresa é a melhor aliada na luta.

Vermeide es, deinen Freunden außerhalb der Roda deine Fortschritte zu zeigen. Denk daran, dass die Überraschung dein bester Verbündeter im Kampf ist.


11. Evite conversar durante os treinos. Você está pagando pelo tempo que passa na academia e observando os outros lutadores aprenderá mais.

Vermeide es, während des Trainings zu schwätzen. Du bezahlst für die Zeit, die Du in der Akademie verbringst, und beim Beobachten der anderen Kämpfer kannst du viel lernen.


12. Gingue sempre

Immer Ginga.


13. Pratique, diaramente, os exercícios fundamentais.

Trainiere täglich die Basis-Techniken



14. Não tenha medo se aproximar do oponente. Quanto mais próximo se mantiver, mais aprenderá.

Habe keine Furcht, dich dem Gegner zu nähern. Je näher Du an ihm dran bist, desto mehr kannst Du lernen.


15. Conserve sempre o corpo relaxado.

Lass den Körper immer entspannt.


16. È melhor apanhar na roda do que na rua.

Es ist besser, sich in der Roda zu schlagen als auf der Straße.

 

 

 

Quelle:Brasilienportal

 

 

 

 

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